Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen

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Was sind psychische Belastungen?

Psychische Belastungen beruhen auf den Anforderungen des Arbeitsalltags. Eine Gliederung erfolgt gemäß den Themenbereichen Arbeitsinhalt/Arbeitsaufgabe, Arbeitsorganisation, soziale Beziehungen und Arbeitsumgebung. Psychische Belastungen wirken auf alle Beschäftigten gleich ein. Doch nicht jeder kann mit den verschiedenen Belastungen gleich gut umgehen. Was den einen anspornt, kann einen anderen stören. Die negative Wirkung auf den Einzelnen nennt man Beanspruchung.

 

Arbeitsinhalt/-aufgabe

Handlungsspielraum, Vorhersehbarkeit, Abwechslung, Arbeitsmenge, Widersprüchlichkeit, Verantwortung, Qualifikation, Vollständigkeit, emotionale Inanspruchnahme, Variabilität, Informationsangebot, Aufmerksamkeit, Schwierigkeitsgrad

 

Arbeitsorganisation

Arbeitszeit, Arbeitsablauf, Kommunikation, Kooperation, Aufgabenwechsel, Dauer der Tätigkeiten, Kooperation, Ruhepausen, Schichtarbeit, Unterbrechungen, Zeitvorgabe

 

Arbeitsumgebung

Beleuchtung, Lärm, Hitze, Kälte, Vibration, Gefahrstoffe, Infektionsgefährdung, Farbe, Klima, Licht, Tageslicht, Raumgestaltung, Signalwahrnehmung

 

Soziale Beziehungen

Führungsverhalten, Gruppenverhalten, Karrieremöglichkeit, Kommunikation, Rückmeldungen, Soziale Kontakte, Status

 

Was macht eine psychische Beanspruchung aus?

Von einer Beanspruchung wird ausgegangen, wenn sich die Belastungen negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Beschäftigten auswirken. Eine Beanspruchung ist keine Krankheit, kann sich aber im schlimmsten Fall dahin entwickeln.
Was jedoch aus Beanspruchungen abzuleiten ist, sind verbreitete Phänomene wie Erschöpfung, Demotivation, Enttäuschung, Wut/Ärger, Unsicherheit/Ängste bzgl. Perspektiven, so erste Ergebnisse des BAuA-Projekts „Relevanz psychischer Belastungen als Gegenstand betrieblicher Praxis“. Diese Phänomene können für Ihr Unternehmen teuer werden.

Muss jeder Vorgesetzte eine psychische Beanspruchung erkennen können?

Es ist erfreulich und zielführend, wenn Führungskräfte erkennen können, ob Beschäftigte Beanspruchungen unterliegen. Doch hängt dies von der Wahrnehmung ab, die bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist. So darf dies in sozialen Berufen eher erwartet werden als in den technischen Bereichen. Es kann und muss nicht jeder Vorgesetzte erkennen, ob es einem oder mehreren Beschäftigten schlecht geht. Doch das Erkennen wäre wichtig, denn die Folgephänomene sind erheblich. Daher werden Beurteilungen systematisch durchgeführt, um die Aspekte zu finden, welche die Beschäftigten in eine Beanspruchung bringen.

Was sind die Anlässe für eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen?

Aufgrund der rechtlichen Forderung aus dem Arbeitsschutzgesetz § 5.

Mit der Reduzierung von Stressoren eine Reduzierung der Krankheitskosten zu erreichen (im Bundesdurchschnitt mit allen Folgekosten geht die BAUA in 2012 von >410€/Tag aus)

Um Mitarbeiter durch Mitarbeiterpflege und Förderung der Motivation am Unternehmen zu binden.

Um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.

Für die Beschäftigten im Rahmen der demographischen Entwicklung die Arbeitsplätze zu erhalten.

Um mit dem Auffinden von Potentialen die Organisation zu entwickeln.

Wer veranlasst eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen?

Verantwortlich für die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen ist die Unternehmensleitung.

Welches Analysetool ist für Ihr Unternehmen das richtige?

Welchen Weg Sie in Ihrem Unternehmen bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung wählen, hängt von vielen Parametern ab, die wir gern mit Ihnen im ausführlichen Gespräch klären möchten. Sind z.B. Interviews, Fragebögen, Workshops oder das Modell nach Daimler Ihr richtiges Tool? Wir klären mit Ihnen zusammen gemäß PDCA Zyklus „plan-do-check-act“ Ihr Projekt und begleiten es bei allen Schritten.

Dabei führen wir bei Ihnen schriftliche oder onlinegestützte Mitarbeiterbefragungen für ein Screening durch. Wir nutzen dazu den rechtssicheren und fachlich fundierten Kurzfragebogen zur Arbeitsanalyse (KfzA)*, der auch in der BAuA-Toolbox empfohlen wird.
Testen Sie den Fragebogen bitte unter: kfza.con-wins.de. Nutzer und Passwort lauten: demo

Detailanalysen ermitteln wir mit der Arbeitssituationsanalyse, einem genialen Workshopmodell nach Nieder. Gern finden wir mit Ihnen auch unkonventionelle Wege, fragen Sie uns!

(*) Quelle des Kurzfragebogens zur Arbeitsanalyse: Prümper, J., Hartmannsgruber, K. & Frese, M. (1995). KFZA – Kurzfragebogen zur Arbeitsanalyse, Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 39, 125-132 in Erweiterung durch: Prümper, J. (2009). KFZA – Kurz-Fragebogen zur Arbeitsanalyse. In W. Sarges & H. Wottawa (Hrsg.), Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren – Band 2: Organisationspsychologische Instrumente. Lengerich: Pabst-Verlag.